Den Wert eines Perserteppichs bestimmen vier Faktoren: Zustand und Alter, Material und Farben, Herkunft sowie Knotendichte. Der Wertrechner führt Sie durch genau diese Merkmale und liefert eine ehrliche Einordnung – bewusst mit zwei getrennten Ergebnissen, denn der Preis, den ein Händler beim Ankauf zahlt, liegt deutlich unter dem, was derselbe Teppich später im Fachgeschäft kostet. Eine Festpreis-Zusage kann und darf ein Online-Rechner nicht leisten.
Perserteppich-Wertrechner: Was ist mein Teppich wert?
Beantworten Sie die folgenden Fragen — Sie erhalten eine ehrliche Einordnung nach den vier anerkannten Wertfaktoren, getrennt nach Ankaufswert (was ein Händler zahlt) und Wiederverkaufswert (wozu vergleichbare Stücke angeboten werden). Einen seriösen Festpreis kann nur eine persönliche Begutachtung liefern.
Ihre Einordnung
💰 Ankaufswert (was ein Händler zahlt)
🏷️ Wiederverkaufswert (Angebotspreis im Handel)
- Lange Standzeiten: Orientteppiche sind keine Schnelldreher — ein Stück kann Jahre im Verkaufsraum liegen. Das bindet Kapital und verursacht laufende Lagerkosten, die der Händler einpreisen muss.
- Geschmacksrisiko: Die Nachfrage ist stark geschmacksabhängig. Ein handwerklich hochfeiner Teppich kann lange unverkäuflich bleiben, wenn Muster oder Farbe gerade nicht gefragt sind — dazu kommen oft Aufbereitungskosten vor dem Wiederverkauf.
Die vier Wertfaktoren im Überblick
Zustand & Alter: Abnutzung, Florhöhe, Mottenschäden und verblasste Farben mindern den Wert. Hohes Alter wirkt dagegen stark wertsteigernd – als antik gelten Teppiche ab etwa 80 bis 100 Jahren, meist vor der kommerziellen Massenfertigung geknüpft –, aber nur, wenn das Stück gut erhalten ist.
Material & Farben: Handgesponnene Korkwolle, reine Naturseide und Pflanzenfarben mit edler Patina steigern den Wert erheblich; Synthetikfasern und Anilinfarben mindern ihn. Leichte Farbabweichungen (Abrash) sind übrigens kein Mangel, sondern ein Echtheitsmerkmal handgefärbter Naturwolle.
Herkunft: Die Provenienz definiert Stil, Knüpftradition und Erwartungshaltung – Ghom etwa steht für extrem feine Seidenteppiche. Wie Sie die Herkunft Ihres Teppichs bestimmen, zeigt unser Provenienz-Bereich.
Knotendichte: Sie misst den Arbeitsaufwand und ist vor allem bei klassischen Stadtteppichen (Isfahan, Nain, Tabriz) entscheidend, bei Nomadenteppichen dagegen fast unwichtig. Eine feste prozentuale Gewichtung der vier Faktoren gibt es nicht – bei einem Sammlerstück zählt anderes als bei einem Gebrauchsteppich.
Warum Ankauf und Verkaufspreis so weit auseinanderliegen
Händler kaufen zum Großhandelspreis an – oft nur 10 bis 20 % des einstigen Kaufpreises. Das ist keine Abzocke, sondern Kalkulation: Orientteppiche sind keine Schnelldreher. Ein Stück kann Jahre im Verkaufsraum liegen, bindet Kapital und verursacht Lagerkosten. Dazu kommt das Geschmacksrisiko: Ein handwerklich hochfeiner Teppich kann unverkäuflich sein, wenn Muster und Farbe nicht dem aktuellen Trend entsprechen – und vor dem Verkauf fallen häufig noch Aufbereitungskosten an. Der Wiederverkaufspreis im Fachgeschäft liegt deshalb deutlich über dem Ankaufswert, ohne dass es dafür eine feste Formel gäbe; jedes Stück wird individuell taxiert. Auktionshäuser können bei raren Stücken hohe Preise erzielen, doch bis zu 40 bis 50 % des Erlöses gehen für Provisionen verloren – und eine Verkaufsgarantie gibt es nicht.
Praxistipp: der Brenntest bei „Seide“
Wird Ihnen ein Teppich als Ghom-Seide angeboten oder wollen Sie ein Erbstück einordnen: Ein einzelner Faden verrät viel. Echte Seide riecht beim Anzünden nach verbranntem Haar, Viskose – die oft als Seide verkauft wird – nach verbranntem Papier. Prüfen Sie außerdem Fransen (echte Fransen sind durchgehende Kettfäden, keine angenähte Borte) und die Rückseite: Handarbeit zeigt das Muster spiegelbildlich klar mit natürlichen Unregelmäßigkeiten, Maschinenware ein perfektes Raster.
Wie Sie mit dem Ergebnis weiterarbeiten
Nehmen Sie das Rechnerergebnis als Verhandlungsbasis, nicht als Gutachten. Bei geerbten Stücken lohnt der Blick in unseren Leitfaden Teppich geerbt – was nun?, bei der Grundsatzfrage hilft Behalten oder verkaufen. Und bedenken Sie: Ein gepflegter, professionell gereinigter Teppich präsentiert sich beim Verkauf deutlich besser – ein geprüfter Partnerbetrieb in Ihrer Nähe hilft weiter.
Häufige Fragen
Ist das Rechnerergebnis eine verbindliche Wertangabe?
Nein. Der Rechner ordnet Ihren Teppich anhand der vier Wertfaktoren ein und zeigt Ankauf und Wiederverkauf getrennt. Einen belastbaren Einzelwert liefert nur die individuelle Taxierung am realen Stück.
Warum zahlt der Händler so viel weniger, als der Teppich im Laden kostet?
Der Händler trägt Reinigung, Lagerung und Verkaufsrisiko. Lange Standzeiten binden Kapital, und ob ein Muster dem aktuellen Geschmack entspricht, ist ungewiss. Ankaufspreise liegen deshalb oft nur bei 10 bis 20 % des einstigen Kaufpreises.
Wie erkenne ich, ob mein Teppich handgeknüpft ist?
Drei schnelle Checks: Echte Fransen sind durchgehende Kettfäden aus dem Teppichinneren, die Rückseite zeigt das Muster spiegelbildlich mit leichten Unregelmäßigkeiten, und die Webkante ist handumwickelt statt maschinell präzise gekettelt.
Wie zähle ich die Knotendichte selbst?
Rückseite nach oben legen, ein scharfes Makro-Foto von genau 1 × 1 cm machen, Knoten waagerecht und senkrecht zählen, beide Werte multiplizieren und mit 10.000 malnehmen – das ergibt die Knoten pro m².